Konsumkritische Aktionen

Wozu eine Klamottentauschparty?

Für die Produktion eines T-Shirts müssen ca. 10.000 Liter Wasser aufgewendet werden. T-Shirts werden meist in Ländern hergestellt, in denen Wasser knapp ist.

 

Eine Jeans legt 60.000 Kilometer zurück, bevor sie in Deutschland verkauft wird. Sie umrundet damit 1,5 Mal die Erde.

 

In Deutschland werden jährlich 700.000 t Textilien weggeworfen. Diese Menge entspricht einer vollbepackten LKW-Schlange von Hamburg bis nach München.

 

Die Modeindustrie schlägt große Profite aus unserem Wunsch nach gutem Aussehen und Individualität. Die Werbung tut ihr Übriges, damit unser Verlangen danach aufrecht erhalten wird und wir immer wieder neue Wünsche entwickeln. Aus diesem Kreislauf heraus entstehen eine Reihe an ökologischen, ökonomischen und sozialen Problemen, welchen wir mit Aktionen wie einer Klamottentauschparty begegnen wollen.

 

 

Und so funktioniert‘s:

Bei einer Klamottentauschparty geht es natürlich darum Kleidung mitzubringen, zu tauschen und ordentlich zu feiern. Sie kann eine Alternative zu unserem üblichen Einkaufsverhalten darstellen. Anstatt ständig neue Sachen zu kaufen und die Marktmechanismen der Textilindustrie zu unterstützen, können wir stattdessen mit dem Tauschen von Kleidung versuchen dem Wunsch nach Individualität und gutem Aussehen gerecht zu werden. Es gibt verschiedene Konzepte zur Durchführung einer solchen Party, aber im Grundsatz geht es immer darum, dass alle Teilnehmenden tragbare Kleidung mitbringen. Der Leitsatz ist auch hier: Klasse statt Masse! Jede/r bringt einfach so viel Kleidung mit, wie es ihm oder ihr möglich ist und darf so viel tauschen, wie er oder sie möchte! Bei unserer Party gibt es kein Marken- oder Wertigkeitsprinzip. Es können also auch Leute mitmachen, die gerade nichts zum Tauschen zu Hause haben oder nur 1 Teil mitbringen und 3 mit nach Hause nehmen. Alle Klamotten, die am Ende des Abends übrigbleiben, werden von uns für einen guten Zweck gespendet.

 

1000 Flaschen

Kunst- und Sensibilisierungsaktion trotz Regen ein Erfolg!

Sieben tolle Freiwillige haben uns unterstützt!

DANKE!

 

Der Konsumkritische Stadtrundgang Kassel war Teil des 11. Kasseler Freiwilligentages 2012. Sieben Kasseler Freiwillige haben in Zusammenarbeit mit dem Konsumkritik Team 1000 PET-Flaschen auf eine Schnur aufgefädelt, um sie anschließend über den Uni-Campus zu spannen. Das Ziel der Aktion war auf den hohen Plastik-Konsum in Deutschland aufmerksam zu machen. Denn in Deutschland werden im Jahr ca. 800 Millionen PET-Wasser-Flaschen gekauft. Das bedeutet, dass ca. alle 5 Sekunden 1000 PET-Wasser-Flaschen verbraucht und weggeworfen werden.

Plastikflaschen bilden aber nur die Spitze des Eisberges. Denn im Durchschnitt verbraucht jeder Bundesbürger 110 kg Plastikprodukte im Jahr. Bei 82 Millionen Bundesbürgern sind das über 9 Milliarden kg Kunststoff pro Jahr. Dieser enorme Verbrauch hat zur Folge, dass nicht nur unnötig hohe Kosten für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit entstehen. Beispielsweise entstehen in den Weltmeeren riesige Inseln aus Plastik, die mit der Zeit durch das Salzwasser und die Sonneneinstrahlung in immer kleinere Teilchen zerfallen und so in das Ökosystem der Meere gelangen. Viele Tiere fressen diese Teilchen und verhungern letztendlich mit einem vollen Magen. Insbesondere bei Speisefischen kann dies aber auch dazu führen, dass sie mit ihrem Bauch voller kleiner Plastikstückchen gefangen, verarbeitet und auf unserem Teller verspeist werden und somit ein Teil der menschlichen Nahrungskette werden.

Desweiteren können sich Chemikalien aus den Kunststoffen des täglichen Gebrauchs lösen und so in den menschlichen Körper gelangen. Besonders Weichmacher (sogenannte Phthalate) und Bisphenol A (BPA) stehen im Verdacht das Hormonsystem schädlich zu beeinflussen, fortplanzungsschädigend und krebserregend zu sein. 

 

 

 

 

 

Verbraucherschutz-Abend

Werbung… Boah schon wieder Werbung. Nicht nur auf allen Fernsehkanälen. Auch im Radio, der Zeitung und an der Bushaltestelle ist Werbung zu hören und zu sehen. Ja, selbst wenn sie gedruckt ist, kann mensch bisweilen das Gefühl haben, von den Plakaten und Anzeigen angeschrien zu werden. Aber was ist diese Werbung eigentlich? Täglich sind wir damit konfrontiert, wir ignorieren oder ertragen sie. Werbung beeinflusst Menschen. Das ist das Ergebnis Jahrzehnte langer Entwicklung und gewollt.

Obwohl und gerade weil Werbung selbstverständlicher Teil des Alltags ist, hat der Konsumkritische Stadtrundgang sich diesem Thema im Rahmen der Verbraucherschutzwoche des ASTA der Uni Kassel angenommen.

Während einer Abendveranstaltung wurde Werbung betrachtet, nach den Merkmalen ihrer Funktion untersucht und in einer Diskussions- und Rederunde reflektiert.

Verbraucherschutz fängt eben schon vor dem Kauf von Produkten an. Durch die Analyse der Werbung wird der Konsumkritische Stadtrundgang dem Element der Konsumkritik gerecht, vom Erkennen des eigenen Bedarfs bis zur theoretischen Auseinandersetzung mit der Kulturindustrie nach Adorno.